Antifa Neukölln

letzte Aktualisierung: 01.02. | News, Chronik, Links
23.08.08 - Naziaufmarsch blockieren! PDF Drucken
Sunday, 17. August 2008

Am 23.08.2008 ruft die Berliner NPD, unter dem Motto: „UNSERE Stadt – UNSERE Heimat!
Keine weiteren Hindutempel nach Neukölln!“ zu einer Demonstration in Berlin-Neukölln
auf. Die Berliner NPD mobilisiert zusammen mit den „Autonomen Nationalisten Berlin“
zum U-Bahnhof Blaschkoallee in Britz. Los geht´s um 13Uhr und als Redner hat sich
ein großer Teil der High-Society der NPD-Funktionäre angekündigt. So spricht neben
dem Neuköllner Bezirksverordneten Thomas Vierk auch der Landeschef und
„Liedermacher“ Jörg Hähnel. Aber auch der Bundesvorsitzende der NPD, Udo Voigt, gibt
sich die Ehre.

Die Tempel

Mit den Bauarbeiten für den ersten Tempel in der Hasenheide wurde im November 2007
begonnen. Der Verein Sri Ganesha will Platz für 400 Besucher schaffen und so wird
der Tempel zum zweit größten Europas. Der kleinere Tempel in der Blaschkoallee Ecke
Riesetraße ähnelt der Größe nach einem Einfamilienhaus. Er ist höchstwahrscheinlich
das Ziel des Naziaufmarsches.
Die Berliner Hindu Mahasabhai e.V. begann mit dem Bau in Mai 2008 und verfolgt das
Ziel den Tempel noch 2009 fertigzustellen. Die beiden Tempel sind, nach
hinduistischem Brauch, notwendig, da den beiden Gottheiten Murugan und Ganesha je in
einem eigenen Haus gedacht werden soll.

Doch warum der ganze Aufwand?

Die NPD will gegen die Eröffnung, beziehungsweise den Bau, der zwei Hindutempel in
Neukölln demonstrieren. Nach Selbstbeschreibung sind die Nazis „sicherlich keine
Feinde der Religionsfreiheit, doch der Austausch der heimischen Bevölkerung und der
optische Wandel der Städte sind nicht hinzunehmen“. Das man sich natürlich der
Religionsfreiheit von insgesamt 6000 in Berlin lebenden Hindus widersetzt, indem man
gegen den Bau ihrer Gotteshäuser demonstriert ist offensichtlich.
Denn natürlich steht hinter der religionskritischen Fassade ein
völkisch-rassistisches Gedankenkonstrukt, mit welchem klar an die Erfolge bei den
Protesten gegen den Moscheebau in Pankow-Heinersdorf angeknüpft werden soll, bei
denen Neonazis Hand in Hand mit Bürgerinitiativen den rassistischen deutschen
Volksmob auf die Straße mobilisieren konnten.

Bürgerlicher Rassismus als Anknüpfungspunkt für die NPD

Das die NPD auch in Neukölln auf die Mobilisierung eines deutsch-rassistischen Mobs
zielen kann, kommt nicht von ungefähr. Anknüpfungspunkte bietet dabei vor allem der,
in den letzten Jahren erfolgte, rassistische Diskurs in Teilen der bürgerlichen
Mitte. Erst neulich äußerte der Neuköllner Bezirksbürgermeister Buschkowsky in einem
Interview in der Bild: „Schließlich gehören die Hindus zu den wenigen
Leistungsträgern in unserem Bezirk. Die Kinder dieser Familien schaffen die meisten
Einser-Abis!“.
Die dabei mitschwingende Zuschreibung von angeblichen charakteristischen Merkmalen
auf Grund konstruierter ethnischer Kategorien und die Unterteilung in
„integrationswillige“ (gute) und „integrationsunwillige“ (böse) Migrant_innen ist
eine neue Rassifizierung, die sowohl das Individuum, als auch die
Integrationsunwilligeit der deutschen, weißen Mehrheitsgesellschaft völlig außer
Acht lässt.
So bildet Buschowsky als kommunalpolitischer Repräsentant der bürgerlichen Mitte mit
solchen Aussagen klare Anknüpfungspunkte zum rassistischen Gedankengut, dem sich
auch die neonazistischen Organisationen bedienen. Von der damit einhergehenden
Normalisierung des, so salonfähig gemachten, Rassismus sei ganz zu schweigen.

Außerdem ist es möglich, dass die Nazis die Demonstration nutzen wollen, um das
Verbot der Hess-Gedenkmärsche zu umgehen. Diese finden jedes Jahr im Umfeld des
17.08., Rudolf Hess Todestag, statt. Dabei wollen sie die Taten des Nazi- und
Kriegsverbrechers Hess, der als Minister ohne festen Amtsbereich und späterer
Stellvertreter Adolf Hitlers im Nationalsozialismus agierte, verherrlichen und ihn
zum „Friedenspolitiker“ umdeuten.

Dies gilt es zu verhindern! Deshalb kommt zur Gegendemonstration und verhindert mit
uns, dass Nazis eine Möglichkeit bekommen ihr geschichtsrevisionistisches
Gedankengut oder ihre rassistische Hetze in die Öffentlichkeit zu tragen.

In Neukölln und überall: Dem rassistischen Normalzustand auf die Pelle rücken!


Kundgebung 23.08.2008 12Uhr Blaschkoallee/Ecke Riesestraße (U7 Blaschkoallee)
Naziaufmarsch blockieren! Seid kreativ und aktionsfreudig! Achtet auf aktuelle
Ankündigungen.


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abso-berlin.tk



Autonome Neuköllner Antifa [ANA]
Antifaschistisches Bündnis Süd-Ost ABSO