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Am 23.08.2008 ruft die Berliner NPD, unter dem Motto: „UNSERE Stadt – UNSERE Heimat! Keine weiteren Hindutempel nach Neukölln!“ zu einer Demonstration in Berlin-Neukölln auf. Die Berliner NPD mobilisiert zusammen mit den „Autonomen Nationalisten Berlin“ zum U-Bahnhof Blaschkoallee in Britz. Los geht´s um 13Uhr und als Redner hat sich ein großer Teil der High-Society der NPD-Funktionäre angekündigt. So spricht neben dem Neuköllner Bezirksverordneten Thomas Vierk auch der Landeschef und „Liedermacher“ Jörg Hähnel. Aber auch der Bundesvorsitzende der NPD, Udo Voigt, gibt sich die Ehre.
Die Tempel
Mit den Bauarbeiten für den ersten Tempel in der Hasenheide wurde im November 2007 begonnen. Der Verein Sri Ganesha will Platz für 400 Besucher schaffen und so wird der Tempel zum zweit größten Europas. Der kleinere Tempel in der Blaschkoallee Ecke Riesetraße ähnelt der Größe nach einem Einfamilienhaus. Er ist höchstwahrscheinlich das Ziel des Naziaufmarsches. Die Berliner Hindu Mahasabhai e.V. begann mit dem Bau in Mai 2008 und verfolgt das Ziel den Tempel noch 2009 fertigzustellen. Die beiden Tempel sind, nach hinduistischem Brauch, notwendig, da den beiden Gottheiten Murugan und Ganesha je in einem eigenen Haus gedacht werden soll.
Doch warum der ganze Aufwand?
Die NPD will gegen die Eröffnung, beziehungsweise den Bau, der zwei Hindutempel in Neukölln demonstrieren. Nach Selbstbeschreibung sind die Nazis „sicherlich keine Feinde der Religionsfreiheit, doch der Austausch der heimischen Bevölkerung und der optische Wandel der Städte sind nicht hinzunehmen“. Das man sich natürlich der Religionsfreiheit von insgesamt 6000 in Berlin lebenden Hindus widersetzt, indem man gegen den Bau ihrer Gotteshäuser demonstriert ist offensichtlich. Denn natürlich steht hinter der religionskritischen Fassade ein völkisch-rassistisches Gedankenkonstrukt, mit welchem klar an die Erfolge bei den Protesten gegen den Moscheebau in Pankow-Heinersdorf angeknüpft werden soll, bei denen Neonazis Hand in Hand mit Bürgerinitiativen den rassistischen deutschen Volksmob auf die Straße mobilisieren konnten.
Bürgerlicher Rassismus als Anknüpfungspunkt für die NPD
Das die NPD auch in Neukölln auf die Mobilisierung eines deutsch-rassistischen Mobs zielen kann, kommt nicht von ungefähr. Anknüpfungspunkte bietet dabei vor allem der, in den letzten Jahren erfolgte, rassistische Diskurs in Teilen der bürgerlichen Mitte. Erst neulich äußerte der Neuköllner Bezirksbürgermeister Buschkowsky in einem Interview in der Bild: „Schließlich gehören die Hindus zu den wenigen Leistungsträgern in unserem Bezirk. Die Kinder dieser Familien schaffen die meisten Einser-Abis!“. Die dabei mitschwingende Zuschreibung von angeblichen charakteristischen Merkmalen auf Grund konstruierter ethnischer Kategorien und die Unterteilung in „integrationswillige“ (gute) und „integrationsunwillige“ (böse) Migrant_innen ist eine neue Rassifizierung, die sowohl das Individuum, als auch die Integrationsunwilligeit der deutschen, weißen Mehrheitsgesellschaft völlig außer Acht lässt. So bildet Buschowsky als kommunalpolitischer Repräsentant der bürgerlichen Mitte mit solchen Aussagen klare Anknüpfungspunkte zum rassistischen Gedankengut, dem sich auch die neonazistischen Organisationen bedienen. Von der damit einhergehenden Normalisierung des, so salonfähig gemachten, Rassismus sei ganz zu schweigen.
Außerdem ist es möglich, dass die Nazis die Demonstration nutzen wollen, um das Verbot der Hess-Gedenkmärsche zu umgehen. Diese finden jedes Jahr im Umfeld des 17.08., Rudolf Hess Todestag, statt. Dabei wollen sie die Taten des Nazi- und Kriegsverbrechers Hess, der als Minister ohne festen Amtsbereich und späterer Stellvertreter Adolf Hitlers im Nationalsozialismus agierte, verherrlichen und ihn zum „Friedenspolitiker“ umdeuten.
Dies gilt es zu verhindern! Deshalb kommt zur Gegendemonstration und verhindert mit uns, dass Nazis eine Möglichkeit bekommen ihr geschichtsrevisionistisches Gedankengut oder ihre rassistische Hetze in die Öffentlichkeit zu tragen.
In Neukölln und überall: Dem rassistischen Normalzustand auf die Pelle rücken!
Kundgebung 23.08.2008 12Uhr Blaschkoallee/Ecke Riesestraße (U7 Blaschkoallee) Naziaufmarsch blockieren! Seid kreativ und aktionsfreudig! Achtet auf aktuelle Ankündigungen.
antifa-neukoelln.de.vu abso-berlin.tk
Autonome Neuköllner Antifa [ANA] Antifaschistisches Bündnis Süd-Ost ABSO
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