Antifa Neukölln

letzte Aktualisierung: 22.03. | News, Chronik, Presse
"Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus" PDF Drucken
Wednesday, 26. March 2008

Erfolgreiche "Beachparty gegen Rechts" - überschattet von Nazi-Angriff und Polizei-Schikanen

Circa 200 alternative, linke Jugendliche besuchten die "Beachparty gegen Rechts" am 23.06.2007 im Neuköllner Jugendclub "Anton-Schmaus-Haus" der Falken und feierten fröhlich und friedlich gegen Nazis im Kiez (Infos zu Anton Schmaus). Auf der zu Beginn stattfindenden, sehr informativen Veranstaltung wurde über Neonazi-Strukturen in Neukölln und Neonazismus im Allgemeinen referiert und diskutiert. Im Anschluss daran wurde bei guter Musik, leckeren Cocktails und Lagerfeuer getanzt, gefeiert und gechillt.
Gegen Ende der Party griff eine Gruppe Neo-Nazis in der Nähe des Anton-Schmaus-Hauses Gäste der Party an, welche sich auf dem Heimweg befanden, und bewarf sie mit Glasflaschen. Dem Polizeibericht ist zu entnehmen, dass drei Neo-Nazis verletzt worden sein sollen. Im Anschluss an diesen Vorfall durchsuchte die Polizei das Partygelände, kontrollierte die zu diesem Zeitpunkt anwesenden ca. 100 Gäste und nahm deren Personalien auf.

Begründet wurde diese schikanöse Maßnahme - die ohne Beweise sämtliche zu diesem Zeitpunkt anwesende Gäste und Mitarbeitende unter Generalverdacht stellte - damit, dass angeblich Straftäter das Gelände des Anton-Schmaus-Hauses betreten hätten. Es bleibt abzuwarten, ob die Justiz dieses allzu durchsichtige Spielchen mitmacht...

Damit alle von den polizeilichen Maßnahmen Betroffenen gut vorbereitet sind, wenn es z.B. Vorladungen von der Polizei oder der Staatsanwaltschaft gibt, lest bitte die Fußnote.

Ob der erneute neonazistische Angriff auf das ASH ein stärkeres Vorgehen gegen rechte Strukturen in Neukölln zur Folge hat, bleibt abzuwarten. Erforderlich ist es alle mal. Denn dass die Neuköllner Neonazi-Szene eine der aktivsten in Berlin ist, dürfte hinlänglich bekannt sein. So handelt es sich auch bei den AngreiferInnen nach eigenem Bekunden um eine Gruppe aus "freien Nationalisten und NPDlern". Dies passt zu der wohl ebenso bekannten Tatsache, dass besonders in Neukölln gewaltbereite Neonazis aus der so genannten Kameradschaftsszene immer wieder Rückendeckung von der NPD, auch aus der BVV, bekommen. Erst neulich solidarisierte sich der BVV-Verordnete der NPD, Thomas Vierk, öffentlich mit den stadtbekannten Nazi-Schlägern Timo Lennig und Dennis Eister, die im letzten Sommer einem schwarzen Jugendlichen einen Schädelbruch zufügten und sprach von "einer Schramme am Kopf eines negriden Menschen". Außerdem bezeichnete er die Verurteilung des Rudower Nazi-Schlägers und Waffen-Fans Sebastian Thom als "ungeheuerliches Urteil" und als "Repressalien gegen den Nationalen Widerstand aus Neukölln" (mehr dazu bei NIP Berlin). Und wie zu erwarten, solidarisiert sich Vierk auch in diesem Fall mit den AngreiferInnen und versucht sie als ausschließliche Opfer darzustellen, beschimpft die Falken als "asozialen Vebrecherhaufen", als "kriminell" und behauptet allen ernstes, die Neonazis wären nur nur nach Britz-Süd gefahren, um dort auf's Klo zu gehen!

Trotzalledem, wir denken, dass die Veranstaltung im Anton-Schmaus-Haus das richtige Signal an die Süd-Neuköllner Nazis, die Bevölkerung, aber auch an die alternative, linke Jugend vor Ort war!

Die Nachricht ist angekommen: Es gibt eine Alternative zum rechten Mainstream, es gibt erfolgreichen Widerstand der Spaß macht!

Wir verurteilen die Polizeimaßnahme und solidarisieren uns mit den Betroffenen! [1]



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Im Folgenden dokumentieren wir die Stellungnahme der Falken:

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Nazis bedrohen Falkenarbeit

Wieder Naziprobleme beim Neuköllner Falkenclub

In der Nacht auf Sonntag, den 24. Juni überprüfte die Polizei die Personalien von rund 100 Gästen einer Feier unter dem Motto "Beachparty gegen Rechts" im "Anton-Schmaus-Haus" (ASH), dem Jugendclub der Neuköllner Falken. Zuvor hatte dort auch eine Infoveranstaltung über rechte Strukturen in Neukölln stattgefunden. Nach Angaben der Polizei war es gegen 0.45 Uhr in der Nähe zu einer Auseinandersetzung mit Angehörigen der rechtsextremen Szene gekommen.

Falken im Visier der Nazis

"Als demokratischer Kinder- und Jugendverband lehnen wir jede Form der Gewalt ab", so ein Falkensprecher. "Völlig überraschend ist dieser Vorfall jedoch nicht. Schon seit Jahren gibt es im Süden Neuköllns rechtsextreme Strukturen. Immer wieder haben Nazis das ASH zum Ziel ihrer Aktionen gemacht", so der Sprecher weiter. "Wir fordern eine umfassende polizeiliche Aufklärung der rechtsextremen Szene in Neukölln, damit die Polizei die Möglichkeit hat, unsere Gäste und MitarbeiterInnen angemessen zu schützen."

Der Vorfall ist nur der jüngste in einer Serie von rechtsextremen Aktionen gegen die Falken. Das ASH ist der einzige linke Jugendclub im Süden Neuköllns. In der Nacht zum 3. Oktober 2006 wurden rechtsextreme Parolen an den Zaun geschmiert. Ende November 2006 sammelte sich etwa 40 Neonazis auf dem nahegelegenen U-Bahnhof Britz-Süd. Nur ein Eingreifen der Polizei konnte damals einen Angriff verhindern. In der Nacht zum 2. April 2007 wurden erneut rechtsextreme Slogans und Symbole an den Zaun des ASH gesprüht.

Engagement gegen Rechts geht weiter

"Es ist erschreckend, dass in dieser Gegend keine Veranstaltung gegen Rechts mehr stattfinden kann, ohne dass von Neonazis Störversuche zu erwarten sind", sagte ein Vertreter des Falken-Kreisvorstands Neukölln. "Wir setzen unser Engagement gegen Rechts fort!"

Als Konsequenz aus den rechtsextremen Aktivitäten im letzten Jahr haben die Neuköllner Falken 2007 ein umfangreiches antifaschistisches Bildungs- und Kulturprogramm begonnen und beteiligen sich an mehreren lokalen Bündnissen. Auch die Veranstaltungen vom Samstag waren Teil dieser Kampagne.
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(siehe Seite der Falken Berlin)


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[1] Solidarität und Selbstschutz vor Repression heißt in diesem Falle: Auch wenn es vielleicht alles sehr aufregend war, sollten alle Anwesenden und von der Polizei kontrollierten nicht über alles, was geschehen ist oder was man gehört hat tratschen - weder am Telefon noch in der Schule mit FreundInnen oder sonst wo! Denn Gerüchte sind in der Regel die Ursachen für alle Verdächtigungen und die Verfolgung durch Polizei und Justiz, was in diesem Falle wiederum nur den Nazis zugute kommt. Schreibt bitte alle ein Gedächtnisprotokoll über das Vorgehen der Polizei.
Wann und in welcher Form eine Beantragung der Löschung der über euch gespeicherten Daten sinnvoll ist, darüber informiert euch bitte bei den Falken. Wir werden hier auch Weiteres dazu schreiben.
Wenn ihr Post von Polizei oder Staatsanwaltschaft bekommt, meldet euch SOFORT bei den Falken und beim Ermittlungsausschuss (Tel.: 030-6922222), hier bekommt ihr rechtliche Tipps.

Wichtig zu wissen, um euch und andere zu schützen: Zu einer Vorladung zur Polizei müsst ihr nicht gehen! Macht keine Aussagen bei der Polizei! Ihr müsst denen NICHTS erzählen, auch wenn sie so tun!
Weitere rechtliche Tipps unter: Rote Hilfe "Was tun wenns brännt" (PDF-Datei runterladen) oder hier: aussageverweigerung.info