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Auch dieses Jahr trafen sich wieder RevisionistInnen, alte und neue Nazis, Burschenschaftler und Bundeswehrsoldaten, etc. auf dem Garnisionsfriedhof in Neukölln, um ihre gefallenen Deutschen zu bejammern.
Hier die Pressemitteilung der ANA (Autonome Antifa Neukölln) und das ABSO (Antifaschistisches Bündnis Süd-Ost) zum "Gedenken" 2008. Hier Berichte auf indymedia: 1. (Bericht) + 2. (Fotos+Kurzbericht) + 3. (Video) Hier ein Presseartikel aus der Jungen Welt Gegen dieses "Heldengedenken" gibt es jährlich Proteste, in diesem Jahr wurde im Vorfeld der "Hererostein", an dem in gruseliger Regelmäßigkeit Gedenkkränze abgeworfen werden, untauglich gemacht.
Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Friedhof am Columbiadamm als Ruhestätte der Berliner Garnison gegründet, wo mittlerweile Reservisten, Traditionsvereine und ihre rechtsextremen Gäste mit der jährlichen Feier ein generationsübergreifendes »Heldengedenken« etabliert haben. Über 6000 Soldaten, die meisten aus den beiden Weltkriegen, liegen hier begraben. Ein Ensemble aus über 20 Ehrenmälern, Grabplatten und Gedenktafeln erinnert an die »Gefallenen« des deutschen Militarismus seit den preußischen Befreiungskriegen. »Wir starben, auf dass Deutschland lebe, so lasset uns leben in euch!«, lautet die Inschrift auf dem Ehrenmal einer Eliteeinheit des Ersten Weltkriegs. Ein anderes Denkmal ehrt Soldaten der deutschen Einigungskriege 1866 und 1870/71 und ergänzt: »Unseren unvergessenen Kameraden der deutschen Wehrmacht zum Gedächtnis 1939«. Das Denkmal des Kaiser-Alexander-Garde-Grenadier-Regiments ist mit mehreren Ehrentafeln von Infanterie- und Panzerdivisionen der Wehrmacht bestückt. Mit dem »Herero-Stein« gedenken der »Traditionsverband ehemaliger Schutz- und Überseetruppen« und die »Afrika-Kameradschaft Berlin« der Soldaten, die beim Vernichtungsfeldzug deutscher Kolonialtruppen in den Jahren 1904 bis 1907 in Deutsch-Südwestafrika ums Leben kamen. Alle diese nationalistischen Denkmäler zieren nach jedem Volkstrauertag frische Kränze und Gestecke. Eben dieser "Herero-Stein" ist aber Anfang dieser Woche von Gegner_innen unbrauchbar gemacht worden. Die Gegner_innen dazu: "Revisionistisches "Gedenken" rechtspopulistischer, rechtskonservativer, Nazis und sonstigem relativierendem Gesindel ob in Halbe, Dresden oder Mittenwald, werden wir weiterhin mit allen Mitteln entschlossen entgegentreten. Unsere Solidarität gilt den wirklichen Opfern deutscher Kolonial- und Vernichtungskriege".
»Jeder darf hier Kränze und Blumen ablegen«, sagte Armin Brenker am Volkstrauertag 2006, auf dem Friedhof am Columbiadamm klipp und klar. Und tatsächlich lagen Kränze des Reservistenverbands und des »Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge« einträchtig neben denen von NPD, DVU und »Stahlhelm« am zentralen »Eisernen Kreuz«.
Auch dieses Jahr wird wohl wieder Hinter der Friedhofsmauer vom »Heldentod« der deutschen Soldaten geschwafelt werden, welche bei den von Deutschland begonnenen Kriegen gestorben sind. Es scheint so als wolle man zur nationalsozialistischen Tradition der Gefallenenehrung am Volkstrauertag zurückzukehren, der im Jahr 1934 in »Heldengedenktag« umbenannt worden war. Diese Veranstaltung dient den Nazis und RevisionistInnen dazu sich als gewöhnliche Opfer gewöhnlicher Kriege verkaufen zu können.
Immer wieder nehmen auch bekannte Nazikader beim RevisionistInnentreffen auf dem Columbiadamm teil. So zum Beispiel auch Sascha Kari (Neuköllner kameradschaftsaktivist) oder Jörg Hähnel (rechtsextremer Liedermacher und sitzt in der BVV in Lichtenberg, ist Mitglied des NPD Landesvorstandes). Unter den teilnehmenden Traditionsverbänden waren immer wieder die Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger sowie die Hilfsgemeinschaft der ehemaligen Angehörigen der Waffen-SS. Und obwohl seit 1999 ein explizites Kontaktverbot zwischen der Bundeswehr und den Veteranenorganisationen der SS besteht, nahmen immer ebenso zahlreiche Bundeswehrangehörige in Uniform teil. Militaristische Vereine wie der Deutsche Marinebund, der Bund der Fallschirmjäger und der Kyffhäuserbund sowie Kameradschaften ehemaliger Wehrmachtseinheiten waren zum Kranzabwurf angetreten. Das Standortkommando Berlin der Bundeswehr steuerte zur musikalischen Begleitung einen Trompeter bei und betreute die ausländischen Militärattachäs. Dem unerträglichen Zustand das diese Gestalten, deutschtümelnd, herumopfernd und relativierend dieser Veranstaltung fröhnen können, muss endlich einhalt geboten werden
Keine Träne für Deutschland! Deutsche Täter sind keine Opfer!
-> Den Text haben wir, leicht verändert, dankend übernommen von Indymedia
-> Der Flyer des Antifaschistischen Bündnis Neukölln:
-> Der Flyer mit Aufruf der Autonomen Neuköllner Antifa [ANA]:
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